„Als HBPO-Werksstudent bin ich Teil von etwas Großem!“

Studium und Arbeit – für manche ist das keine Option. Für Isaac, Werksstudent bei HBPO, ist das der beste Weg, die Theorie des Studiums mit der Praxis des künftigen Berufes zu vereinbaren. Der junge Mann aus dem Kongo (Demokratische Republik) sprüht vor Energie – und verfolgt leidenschaftlich sein Ziel: Etwas zu erreichen, um seine Familie stolz zu machen.

Wieso hast du dich entschieden, neben deinem Studium als Werkstudent zu arbeiten?

Als ich im Mai 2015 aus dem Kongo nach Deutschland gekommen bin, wusste ich, das ist meine Chance zu beweisen, dass ich gut bin und etwas kann. Doch bereits im ersten Semester stellte ich fest, dass die Anderen schon etwas hatten, was mir noch fehlte: Praxiserfahrung.

Es hat mich damals sehr gestört, dass ich an den Gesprächen nicht teilnehmen konnte, weil ich bis dato noch keine Praxiserfahrung hatte, da in meinem Heimatland vorrangig Theorie vermittelt wurde. Der Wille, dies zu ändern und endlich mitreden zu können, wurde immer größer und ich setzte mir das Ziel, bis zum Studiumsende Arbeitsluft zu schnuppern. Dieses Ziel habe ich nun erreicht und es fühlt sich gut an!

Isaac, wie lange arbeitest du schon bei HBPO?

Ich lebe seit vier Jahren in Deutschland und bin seit einem Jahr fester Bestandteil von HBPO. Im April letzten Jahres habe ich hier ein viermonatiges Praktikum absolviert. Das war meine erste Chance, „Arbeitsluft“ zu schnuppern. Von Anfang an hat mich die Technik und Entstehung von Frontend-Modulen so begeistert, dass ich mich entschlossen habe, die bisher gewonnene Erfahrung zu vertiefen.

Zum Glück hat HBPO dies auch so empfunden und wir haben uns gemeinsam entschlossen, den Weg noch länger gemeinsam zu gehen. So bin ich dann in das Angestelltenverhältnis als Werkstudent übergegangen.

Wie bist du auf HBPO aufmerksam geworden?

HBPO ist der direkte Nachbar meiner Hochschule. Das moderne Gebäude mit seiner strahlenden Farbe und dem imposanten Modulregal zur Straßenseite ist mir direkt aufgefallen. Ich war von Anfang an neugierig, was sich wohl dahinter verbirgt. Bis ich mich für das Praktikum beworben habe, hat es noch etwas Zeit gebraucht. Letztendlich hat mich ein Fußballkollege, heute Arbeitskollege, dazu ermutigt.

Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue!

In welcher Fachabteilung bist du tätig und was reizt dich daran besonders?

Aktuell arbeite ich im Team Industrial Engineering. Vor meinem Studium wusste ich nicht, was sich dahinter verbirgt. Im Industrial Engineering bin ich als Planer tätig. Mein Vorgesetzter hatte dies bereits im Vorstellungsgespräch in mir gesehen, da ich alles in meinem Leben sehr genau plane – so auch mein Praktikum, für das ich mich damals ein Jahr im Voraus beworben habe.

Ich finde es faszinierend zu sehen, wie in dieser Branche ein Prozess in den anderen greift und welch enorme und anspruchsvolle Planung dahintersteckt. Ich mag die Herausforderung, sehr vorausschauend denken zu müssen, denn wenn die Planung scheitert, geht es im Projekt an gewissen Stellen nicht weiter. Ich glaube, es ist die Verantwortung, die ich so besonders schätze.

Welche Aufgaben hast du als Werkstudent?

Hauptsächlich kümmere ich mich um den Sicherungsprozess von Fertigungsmaschinen. Genauer gesagt, geht es um die Programmierung von Backup-Arbeitsplätzen.

Zudem agiere ich als Schnittstelle zwischen dem Aktuatorlieferanten und dem Anlagenprogrammierer. Meine Aufgabe ist es, Bemusterungen zu testen und wenn nötig, Verbesserungsmöglichkeiten auszusprechen. Ich stehe permanent im Feedbackaustausch und trage so bereits erste Verantwortung.

Wie viele Wochenstunden arbeitest du?

Derzeit arbeite ich 20 Wochenstunden. Dieses Pensum ist gut mit meinem Studium zu vereinbaren.

Hast du so etwas wie Routine in deinem Job oder arbeitest du eher auf Zuruf?

Die Prozesse, um die ich mich kümmere, sind immer gleich. Die Anforderungen der Kunden aber grundverschieden, wodurch ich permanent umdenke und kein Tag dem anderen gleicht. Und das ist toll und herausfordernd!

Wichtig ist es, dass ich zu 100 Prozent den Überblick über die Projekte behalte. Wenn Stillstand droht, werde ich sogar angerufen, um auszuhelfen. Es fühlt sich gut an, wie ein etabliertes Teammitglied behandelt zu werden, dessen Arbeit geschätzt wird!

Du bist sehr sprachtalentiert! Kannst du die Sprachen gut in deinem Berufsalltag einsetzen?

Das ist richtig, ich spreche fünf Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch, Lingala und Spanisch.

In meinem Beruf nutze ich hauptsächlich Deutsch und Englisch. Mit dem ein oder anderen Arbeitskollegen rede ich auch Französisch oder Spanisch. Generell sind die Sprachen hilfreich, wenn es auf Dienstreisen geht, um verschiedene Kulturen besser kennenzulernen oder das Eis zu brechen.

Kannst du dir vorstellen in diesem Bereich künftig zu arbeiten?

Definitiv! Ich bin ein absoluter Querdenker! Ich liebe das Tüfteln und probiere gern Dinge aus. Mich reizt die Präzision und die Finesse, die hinter einer jeder Planung und Programmierung steckt!

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre in deinem Team oder bei HBPO generell?

Distanz ist ein Fremdwort, in meiner Abteilung wird gelacht und respektvoll zusammengearbeitet!

Wir arbeiten hier gemeinsam an Problemlösungen. So etwas wie Fingerpointing gibt es nicht! Wenn ich Probleme oder Fragen habe, wende ich mich direkt an meine Arbeitskollegen, die mir gerne weiterhelfen; häufig sogar, ohne dass ich sie frage!

Hast du dich bewusst für die Automobilbranche entschieden oder war dies eher Zufall?

Zufall war dies nicht! Als Kind habe ich die Serie „Knight Rider“ gesehen – seitdem bin ich fasziniert von Autos! Ich wollte schon damals genauso ein Auto bauen!

Bevor ich zu HBPO gekommen bin, habe ich bei einem Unternehmen gejobbt, welches Anschnallgurte herstellt. Die Verbindung zur Automobilindustrie war schon immer da.

Was motiviert dich? Hast du ein bestimmtes Ziel vor Augen?

Bei HBPO bin ich Teil von etwas Großem. Es ist großartig, Bauteile für namhafte Kunden zu produzieren und zu verstehen, was dahintersteckt. Früher habe ich nur die Autos gesehen und war von ihrem Erscheinungsbild begeistert; heute ist es die Technik, die mich zum Staunen bringt.

Das Frontend-Modul ist ein elementares Bauteil, welches durch den eingebauten Fußgängerschutz bei einem Unfall Leben retten kann. Es ist mir wichtig, dieses Thema aktiv weiter nach vorne zu treiben.

Mein vorrangiges Ziel ist es, meine Familie stolz zu machen. Ich trage Verantwortung für meine Familie und möchte meinen Eltern in Zukunft beweisen, dass ich es geschafft habe! Die Anerkennung meiner Familie ist mir sehr wichtig!

Eines Tages möchte ich helfen, die Bildungschancen in meinem Heimatland zu verbessern.

Wie verschaffst du dir einen Ausgleich zu deinem stressigen Alltag?

Am ausgeglichensten bin ich, wenn ich lese. Mich interessieren die Aufzeichnungen von Cederic Villani und Biografien von Wissenschaftlern. Wenn ich nicht lese, gehe ich zum Fußball oder ins Fitnessstudio. Hier power ich mich richtig aus. Oder ich treffe Freunde. Ich mache immer das, wonach mir gerade ist.

Du hast einen interessanten Lebenslauf! Magst du uns davon erzählen?

Meine persönliche Motivation, nach Deutschland zu kommen, war das Bildungswesen. Im Kongo ist eine gute Schulbildung in der Regel nur mit sehr viel Geld möglich. So bin ich vor vier Jahren nach Deutschland gekommen und habe somit zeitgleich meine erste Reise angetreten. Meine größte Herausforderung war zu Beginn die Sprache, weshalb ich ein Jahr lang das Berlin International College besucht habe.

Nachdem ich die deutsche Sprache beherrscht habe, habe ich an der TU Berlin mein Abitur anrechnen lassen. Da der Schulabschluss aus dem Kongo in Deutschland nur zum Teil akzeptiert wurde, musste ich an der TU in Berlin eine finale Prüfung (Feststellungsprüfung, FSP) abgelegen, um Universitäten besuchen zu dürfen.

Ich wollte es meinem Bruder gleich machen und Ingenieurwesen studieren. Er lebt zurzeit in Kanada und hat dort seinen Doktor im Bauingenieurwesen gemacht. Ich habe mich mit 19 Jahren gezielt für Deutschland entschieden, da das Ingenieurwesen hier einen sehr guten Ruf hat. So bin ich nach Lippstadt gekommen, wo ich seit September 2016 studiere. Natürlich ist es nicht leicht, so weit entfernt von der Familie und ohne Sprachkenntnisse Fuß zu fassen, aber der Wille, etwas zu erreichen, war größer.

Außerdem bin ich Tutor an der Uni. Ich war für etwa 6 Monate für das Technische Mechanik Tutorium zuständig. Es macht mir Spaß anderen Wissen zu vermitteln!

Was schätzt du an Deutschland?

In Deutschland bekommen Menschen eine Chance, sich zu beweisen. Man wird angehört und es wird einem Respekt entgegengebracht. Ich bin dadurch selbstbewusster geworden und habe keine Angst mehr, vor einer großen Runde zu reden! Natürlich war die Mentalität zu Beginn ungewohnt, aber ich empfinde meinen ganz persönlichen „Kulturschock“ als positiv.

Hast du einen Tipp für diejenigen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, bei HBPO einzusteigen?

Wer zuverlässig, flexibel und fleißig ist, kann bei HBPO die Welt kennenlernen und in der Automobilbranche Fuß fassen.

Wenn du HBPO mit einem Satz beschreibst; wie lautet dieser Satz?

Ich kann mich auf HBPO verlassen!